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Tarieren mit Kamera - für mich kein Thema...oder etwa doch?

Tarieren mit Kamera, so lautete das Seminarangebot für die Taucher in Laubach
Eigentlich hatte keiner eine feste Vorstellung davon, was denn da anders sein sollte als beim „normalen Tauchen“ und dabei zu fotografieren. Jeder hatte zu diesem Thema eine andere Vorstellung und einige meinten sogar, dass sie dies für sich nicht in Anspruch nehmen bräuchten, da sie ja schon erfahrene Taucher mit vielen Tauchgängen seien. Aber dieser Eindruck sollte sich nicht bestätigen, denn in diesem Seminar , gemischt mit Tauchlehrern, Übungsleitern, Silbertauchern und frisch gebackenen Bronzetauchern konnte wirklich jeder etwas lernen und viele neue Ideen, auch für das Tauchtraining, mit in sein geliebtes Hobby aufnehmen.
Wenn man früher und heute vergleicht, fällt nur auf, dass es heute schon für jeden erschwinglich ist ein Unterwassergehäuse für seine Digitalkamera anzuschaffen um damit die wunderbaren Erlebnisse unter Wasser festzuhalten. Damals noch selten bei Tauchern zu beobachten, sieht man immer häufiger auch Tauchanfänger, die sich mit einer Kameraausrüstung ins Wasser begeben.
Natürlich wissen alle, dass man unter Wasser nichts berühren sollte, man genügend Abstand zum Boden halten muss um keinen Mulm aufzuwirbeln, oder gar etwas mit der Flosse, beispielsweise eine Koralle, kaputt tritt, wofür die Natur jahrelange Arbeit leisten musste um dieses Meisterwerk zu vollbringen. Aber die Wirklichkeit sieht gerade im Urlaub oft anders aus.
Dieses „Nichtkönnen“ vieler Urlaubstaucher war immer ein besonderes Ärgernis für die erste Vorsitzende des Tauchsportclub Laubachs, Regina Frank, die bei entdecken des Seminarangebotes sofort den Mitgliedern berichtete und für dieses Projekt den Fachreferenten aus dem Bereich „Visuelle Medien“ Joachim Schneider vom hessischen Ausbildungsteam gewinnen konnte.
Besonders erfreulich war es nun, dass sich beim Tauchsportclub Laubach nicht nur einige Tauchbeginner, sondern auch die „alten Hasen“ und einige Übungsleiter für das Seminar angemeldet hatten. Überrascht und begeistert waren dann alle, als dann die Theorie auch in die Praxis umgesetzt wurde.
Ein unter Wasser angelegter Parcours bot von der Steilwand, der Höhle, dem Canyon, der Höhlendecke, dem Trichterschwamm und den frei schwebenden Fischmodellen alles was das Herz begehrte. Jede Station erforderte eine andere Tauchlage und nun galt es für den Taucher frei schwebend auch das Modell so zu fotografieren, dass der Lichteinfall passte, die Position und die Entfernung des Objektes stimmten und dass man dabei auch noch wahrnehmen sollte wie und wo man sich als Taucher im Wasser befand, bzw. was die Flossen während dieser Anspannung hinten machten. Dokumentiert wurde das Ganze per Videoaufnahme und natürlich durch die eigenen Bilder, die dann im zweiten Theorieteil ausgewertet wurden. Nun konnte man live sehen, ob das eigene Empfinden auch mit der Tatsache überein stimmte, ob die Flossentechnik einen auch tatsächlich, ohne etwas zu berühren, wieder rückwärts aus der Höhle brachte und man diesen Platz auch wieder so verließ wie man ihn angetroffen hatte.
Keinem einzigen Teilnehmer war langweilig und bei der ein oder anderen Übung kam jeder mindestens einmal ins Schwitzen, wenn dann doch das Modell nicht so wollte wie der Taucher mit der Kamera.
Viele Erkenntnisse, wie tariere ich richtig, was kann ich an der Ausrüstung verändern, um verschiedenen Lagen besser halten zu können, welche Jackets eigenen sich, welche Flossentechnik wende ich an, um das Gebiet wieder ungestört zu verlassen und vieles mehr, wurde gesammelt. Auch im Schwimmbad war dies ein Erlebnis sich auf seinen Körper zu konzentrieren, mit dem Ziel nichts zu berühren und wenn dann nur unter Zuhilfenahme nur eines Fingers, um sich evtl. abzustützen.
In das Vereinstraining werden diese neuen Kenntnisse nun natürlich mit eingebaut, vor allem das Flossenschwimmen rückwärts hatte es einigen angetan.
Besonderer Dank gilt Joachim Schneider uns seinem Team - vor allem dafür, dass sie den Weg nicht scheuten, das ganze Material, samt Leihkameras vom HTSV nach Laubach zu transportierten, so dass das Seminar im Verein stattfinden konnte. Es wäre schön, wenn dieses Seminar viele weitere Interessen finden würde, denn alle Teilnehmer haben sich zum Ziel gesetzt dieses umweltschonende Tauchen zu fördern, dass man mit gutem Beispiel voran gehen kann, denn es macht auch Spaß, wenn man selbst merkt, wow das war perfekt. Es wird nicht das letzte Seminar mit diesem Team gewesen sein, denn richtiges Interesse ist jetzt bei allen geweckt worden und der Fachbereich „Visuelle Medien“ hat noch einiges anderes zu bieten. Vielen Dank für den kurzweiligen Nachmittag.

Regina Frank (TSC Laubach)